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Die Berner Luft

27.12.11 /

Das bernische Wirtschaftsamt „beco“ zieht zehn Jahre nach der Lancierung eines Massnahmenplans zur Luftreinhaltung im Kanton die Zwischenbilanz, dass die Luft im Kanton Bern in den letzten zwei Jahrzehnten markant sauberer geworden sei, aber noch nicht sauber genug. Vor allem in den Neunzigerjahren des vergangenen Jahrhunderts habe sich die Luftqualität im Kanton Bern markant verbessert. 

Zudem würden die 26 Massnahmen des Massnahmenplans Luftreinhaltung 2000/2015 umgesetzt oder deren Umsetzung sei auf Kurs. Eine dieser Massnahmen ist der Einbau von Partikelfiltern in mit Diesel betriebenen Bussen. Nahezu alle Busse des öffentlichen Verkehrs seien heute mit solchen Filtern ausgerüstet. 

Eine weitere Massnahme ist beispielsweise das Fahrleistungsmodell für verkehrsintensive Bauvorhaben wie etwa Einkaufszentren. Den Bauherren werden Fahrleistungskredite zugeteilt, die überall eingehalten würden, schreibt die Volkswirtschaftsdirektion. Gemeint ist, dass solche Zentren nur an zentralen, gut mit dem öffentlichen Verkehr erschlossenen Lagen bewilligt werden und nur eine bestimmte Anzahl Fahrzeuge zu den Zentren und von ihnen weg fahren dürfen.

In den letzten Jahren ist die Luftschadstoffbelastung jedoch kaum mehr zurückgegangen. Die in der Eidgenössischen Luftreinhalteverordnung figurierenden Grenzwerte werden entlang der Hauptverkehrsachsen in Städten und Vorstädten beim Stickstoffdioxid und dem Feinstaub nach wie vor überschritten.

Und vor allem an heissen Sommertagen gibt es an zahlreichen Orten im Kanton Bern zu hohe Ozonwerte. Im Winter ist bei lang andauernden, austauscharmen Wetterlagen (Inversionslage) die Belastung mit Feinstaub zu hoch. Zudem belasten Luftschadstoffe Wälder, Ökosysteme und die Böden.

Gerrit Nejedly vom beco bezeichnet aus der Sicht der menschlichen Gesundheit den Feinstaub als das grösste noch zu lösende Problem, aus Sicht der Biodiversität den zu grossen Stickstoffdioxideintrag in die Böden. Beim Feinstaub sei er optimistisch, in Bezug aufs Stickstoffdioxid «verhalten optimistisch». Entlang vielbefahrener Verkehrsachsen werde es aber wohl in den nächsten zehn Jahren nicht gelingen, die Belastungen unter die Grenzwerte zu bringen. «Beim Ozon hingegen wird es im Kanton Bern ganz sicher nicht gelingen, die Grenzwerte einzuhalten», sagt er. Dieses Problem könne aber der Kanton auch nicht alleine lösen. Es müsse grenzüberschreitend angepackt werden.

 

Quelle: Berner Zeitung