Die Europäische Kommission hat im Juli dieses Jahres vorgeschlagen, die Grenzwerte für den Schwefelgehalt der Treibstoffe für Schiffe herabzusetzen, um die Schwefeldioxid-Emissionen aus dem Seeverkehr um bis zu 90 % zu senken.
Diese Strategie hätte zur Folge, dass in heiklen Gebieten wie der Ostsee und dem Ärmelkanal der maximale Schwefelgehalt in Schiffskraftstoffen ab 2015 nur noch 0,1 % betragen darf (derzeit sind es 1,5 %). Ab 2020 soll in allen anderen Seegebieten ein maximaler Grenzwert von 0,5 % (derzeit 4,5 %) gelten. In der Regel fahren die Schiffe mit Schweröl, das einen Schwefelgehalt von bis zu 5 % aufweist, während in der Europäischen Union für den Strassenverkehr ein Schwefelhöchstgehalt von 0,001 % gilt.
Die zu erwartenden Kosten für die Umsetzung der vorgeschlagenen Massnahmen für die Schifffahrtsindustrie liegen zwischen 2,6 und 11 Milliarden Euro. Dieser Betrag soll durch Einsparungen im Gesundheitsbereich in der Höhe von 34 Milliarden Euro kompensiert werden. Schwefeldioxide verursachen sauren Regen und Feinstaub. Letzterer kann beim Menschen zu Atemwegs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen.
Die Vorschläge richten sich nach den internationalen Standards, die von der Internationalen Schifffahrtsorganisation (IMO) in der Europäischen Gesetzgebung verabschiedet worden sind und müssen deswegen von den EU-Regierungen und dem Europäischen Parlament abgesegnet werden. Ohne Massnahmen zur Verringerung der Schwefeldioxid-Emissionen im Schiffsverkehr werden die Schwefel-Emissionen aus der Schifffahrt voraussichtlich bis 2020 die Emissionen aller landseitigen Quellen in der EU übertreffen, so die Europäische Kommission.
Quelle: actualités-news-environnement