Die epidemiologischen Studien zeigen klare Zusammenhänge zwischen der PM10-Belastung einerseits und Herz-Kreislauf- sowie Atemwegserkrankungen andererseits auf.
Während Husten, Asthmaanfälle und Sterblichkeit wegen Atemwegserkrankungen stärker mit den gröberen PM10-Bestandteilen zusammenhängen, wirken sich die feineren stärker in Form von Herzrhythmusstörungen oder erhöhter Sterblichkeit durch Herz-Kreislauf-Probleme aus.
Zahlreiche Studien belegen den Zusammenhang zwischen der Konzentration von Feinpartikeln und den Atemwegserkrankungen. Die Indizien deuten darauf hin, dass die gröberen Bestandteile eher für akute Asthmabeschwerden, feinere dagegen mehr für langfristige Effekte verantwortlich sind.
Ein kurzfristiger Anstieg von Feinpartikeln kann Atemwegssymptome (Husten Auswurf, Atemnot) verursachen und Bronchitis, Asthma und Herz-Arrhythmien auslösen. Es kommt zu Hospitalisationen wegen Lungenentzündungen, Asthmaanfällen und Herzinfarkten sowie Todesfällen infolge dieser Krankheiten.
Andauernde Erhöhung der Feinpartikelkonzentration führt zu:
Eine auf Daten von Spitälern in acht städtischen Agglomerationen (Barcelona, Birmingham, London, Mailand, Paris, Rom, Stockholm und in Holland) beruhende Studie* stellt eine Erhöhung der Anzahl Hospitalisationen wegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen fest, wenn der PM10-Durchschnittswert kurzfristig ansteigt. Zurückzuführen sei dies im Wesentlichen auf die Abgase aus Dieselmotoren.
Studien aus Holland und Boston** zeigen ebenfalls, dass das Herzinfarktrisiko mit der Feinstaubbelastung zunimmt. Beobachtet wurden im Weiteren Herzrhythmusstörungen bei Patienten mit Herzschrittmacher in den Tagen nach der Einwirkung einer starken Schadstoffbelastung. Am stärksten sind die Wirkungen aufs Herz-Kreislauf-System nach rund 4 Tagen. Besonders gefährdet sind dabei Menschen, die unter Erkrankungen der unteren Atemwege oder Herzinsuffizienz leiden, und die über 65-Jährigen.
Dieselruss hat ein hohes krebserregendes Potenzial***. Das Risiko beispielsweise Lungenkrebs zu bekommen, ist für BewohnerInnen einer Stadt mit starker Luftverschmutzung 1,3 Mal so hoch wie für BewohnerInnen einer Region mit sauberer Luft.
Im März 2002 erschien die bisher umfangreichste Kohortenstudie, in die mehr als eine halbe Million Menschen in den USA während mehr als 15 Jahren einbezogen waren. Sie hat bestätigt, dass die langfristige durchschnittliche Feinstaubbelastung Einfluss nicht nur auf die Lebenserwartung, sondern auch auf die Häufigkeit von Lungenkrebs hat. Das Risiko, vorzeitig zu sterben, ist für jene, die in einer Stadt mit starker Feinstaubbelastung leben, 1,2 Mal so hoch wie für die Bewohner einer Region mit staubarmer Luft.
* Le Tetre A et al: Short-term effects of particulate air pollution on cardiovascular diseases in eight European cities. J Epidemiol Community Health 2002; 56: 773-779.
** Peters A et al: Increased particulate air pollution and the triggering of myocardial infarction. Circulation 2001; 103; 2810-2815.
*** Pope CA et al: Lung cancer, cardiopulmonary mortality and long-term exposure to fine particulate air pollution. J Am Med Assoc 2002; 287 (9): 1132-1141.