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Bonus-Malus-System
Die Anwendung des Bonus-Malus-Systems ist eine mögliche Massnahme zur Minderung der Feinstaubbelastung in der Schweiz. Es funktioniert nach dem Verursacherprinzip: Der Kauf eines Fahrzeugs, das mit Partikelfilter ausgerüstet ist, wird mit einer Reduktion der Importzölle belohnt.
Am 23. November 2005 hat der Bundesrat darauf verzichtet, dieses System einzuführen. Die Umweltkommissionen des National- und Ständerats gaben allerdings eine Standesinitiative des Kantons Bern an, in der ein nationales Bonus-Malus-System zur Förderung energieeffizienter und umweltfreundlicher Fahrzeuge gefordert wurde.
DeNOx
DeNOx ist die ideale Ergänzung zum Partikelfilter. Dieses Denitrifikations-System wurde zur Verminderung von Stickoxiden (NOx) aus Rauchgasen entwickelt. Es richtet sich nach den aktuellen Werten der Luftreinhalteverordnung des Bundes (80 μg/m3). Erste Anwendungsversuche bei Lastwagen laufen momentan in Deutschland.
Die Verminderung von NOx im Abgas wird durch Einspritzung von Harnstoff oder Ammoniak in den Abgasstrom erreicht. Durch eine chemische Reaktion entstehen daraus die ungefährlichen Stoffe Wasser und Stickstoff. Die Dosierung des Einspritzstoffes muss kontinuierlich an die momentanen NOx-Emissionen des Fahrzeugs angepasst werden. Diese werden ausgehend von der momentanen Drehzahl und dem Drehmoment des Motors ermittelt. Die Reduktionsquote des DeNOx-Verfahrens beträgt um die 75 Prozent.
Feinpartikel PM10
Die Definition des Feinstaubs geht zurück auf den im Jahre 1987 eingeführten National Air Quality Standard for Particulate Matter (kurz als PM-Standard bezeichnet) der US-amerikanischen Umweltschutzbehörde EPA (Environmental Protection Agency). Feinstaub (PM10) ist ein Gemisch von mikroskopischen Stäuben, welche einen aerodynamischen Durchmesser von unter 10 Mikrometern aufweisen. Man unterscheidet die Feinstaub-Komponenten nach folgenden Kriterien:
Flüchtige organische Verbindungen (VOC)
Flüchtige organische Verbindungen (VOC - volatile organic compounds) sind chemische Verbindungen auf Kohlenstoffbasis, die aus natürlichen Quellen oder durch menschliches Hinzutun in die Atmosphäre entweichen. Sie entstehen beispielsweise bei der Verwendung von Lösungsmitteln, Lack, Farbe oder bei der Lagerung und Anwendung von Treibstoff. VOC sind (neben weiteren Stoffen) für die Bildung von Ozon in Bodennähe verantwortlich.
Luftreinhalteverordnung
1998 hat der Bundesrat im Rahmen der Luftreinhalteverordnung (LRV) Grenzwerte festgelegt. Vorgesehen ist ein Jahresmittelwert von 20 mg PM10/m3. Der Tagesmittelwert dürfte 50 mg/m3 höchstens einmal pro Jahr überschreiten.
NABEL
NABEL ist das nationale Beobachtungsnetz für Luftfremdstoffe. Es basiert auf 16 repräsentativen, über die ganze Schweiz verteilten Standorten, an denen permanent die Luftverschmutzung gemessen wird. Betrieben wird das Netz von der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt EMPA im Auftrag des Bundesamtes für Umwelt, Wald und Landschaft (BUWAL).
Ozon (O3)
Das natürliche Ozon, das aus den höheren Schichten der Atmosphäre stammt (Stratosphäre), schützt uns vor der gefährlichen ultravioletten Strahlung. Giftiges Ozon (O3) bildet sich in Bodennähe unter der Einwirkung intensiver Sonneneinstrahlung ausgehend von Stickoxiden (NOx) und Sauerstoff (O2). Flüchtige organische Verbindungen wie Dämpfe aus Lösungsmitteln verstärken und beschleunigen diesen Prozess. Gehäuft tritt dieses Phänomen – als «Sommersmog» bekannt geworden – in der warmen Jahreszeit auf.
Stickoxide (NOx)
Die Stickoxide sind ein Gemisch aus Stickstoffoxid (NO) und Stickstoffdioxid (NO2). Diese giftigen Gase sind vielfach der Ursprung von akuten Atemwegerkrankungen und von chronischer Bronchitis. Nahezu ein Drittel des Stickoxidausstosses geht auf den Strassenverkehr zurück. Im Weiteren tragen die NOx zur Bildung des – in zu grossen Mengen ebenfalls gesundheitsschädigenden – bodennahen Ozons bei.
Troposphärisches Ozon
Das troposphärische Ozon ist eine spezifische Art von Ozon. Es entsteht aus chemischen Prozessen zwischen flüchtigen organischen Verbindungen (VOC) und Stickoxiden (NOx) unter Einwirkung von UV-Strahlung und sammelt sich in Bodennähe (Troposphäre) an.
Unterschied zwischen Emissionen und Immissionen
Unter Emissionen versteht man die von festen Anlagen oder Fahrzeugen in die Umwelt abgegebenen Luftschadstoffe. Gemessen werden sie an der Quelle, also bevor die Schadstoffe sich in der Atmosphäre verteilen.
Unter Immissionen versteht man die jeweilige Luftverschmutzung am Ort, wo sie auf Mensch, Tiere, Pflanzen, Boden oder Bauten einwirkt. Die in die Atmosphäre abgegebenen Luftschadstoffe unterliegen chemischen Auflösungs- und Umwandlungsprozessen – die Luftverschmutzung ist dementsprechend in stetigem Wandel. Gemessen werden die Immissionen durch Stichproben unserer Umgebungsluft.